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Runon ja rajaton trail - About the dream...


August 2015, Fanaråken, Norwegen

Finnland von Süden nach Norden durchqueren, immer weiter nordwärts, bis ans Polarmeer. Zu Fuss. Rennen. Ich habe diesen Traum schon seit ich regelmässig Lauftrainings mache und entdeckt habe, wie wichtig mir das Unterwegssein, das Vorwärtskommen ist. Ich weiss, dass es ein sehr hochgestecktes Ziel ist und ich vielleicht auch auf halben Weg einsehen muss, dass es eben doch noch nicht an der Zeit war. Von der Jahresplanung passt der Zeitpunkt relativ schön in mein Zwischenjahr und die OL Saison, bei der ich nur den Herbst mit JEC und einem TL verpasse. Für mich ist es nicht in erster Linie physisches Ausdauertraining, dafür gäbe es viel sinnvollere Trainingsformen, mein Trail ist die Erfüllung von einem Traum.

Ein Finne, dem ich von meinem Projekt erzählt habe, meinte auf diese direkte stille Art nur:

«It’s crazy, but - yeah I guess that’s what people should be like»

Damit traf er den Nagel voll auf den Kopf, ich sehe es genauso. Ja, 2000 km rennen zu wollen ist gewagt, vielleicht auch ein kleines bisschen verrückt, aber schlussendlich sind es solche Träume, Projekte, Pläne, die meine kleine Welt zum Leuchten bringen. Auch wenn, oder gerade auch weil sie andere abschrecken mögen, ich freue mich auf die Herausforderungen, die Schlechtwetterphasen, auf schwierige Flussüberquerungen, auf lange, anstrengende einsame Tage, den ewigen Wald.

Übersicht meiner Route mit den wichtigsten Fixpunkten

Runon ja rajaton Trail meint wortwörtlich etwa «der Weg des Liedes und der Grenzenlosigkeit». Der Name ist eine Abwandlung der «Runon ja rajan tie» oder der «Via Karelia» wie sie auch genannt wird. Eine Strasse, die sich durch Ostfinnland schlängelt vom finnischen Meerbusen bis Salla in Lappland. Die Strasse des Liedes, der Erzählung oder des Gedichts, wie sie wörtlichübersetzt heisst, sie ist Teil des finnischen Nationalepos, dem Kalewala. Mein Trail folgt etwa Ihrer Route, geht dann weiter nach Norden, bei Utsjoki über die finnisch-norwegische Landesgrenze hinaus. Nicht mehr der «Raja», der Grenze zu Russland folgend, eben vielmehr Rajaton - grenzenlos, und somit unbegrenzt.



Mein Rucksack wiegt etwa 5.5 kg, dazu kommt das Essen, das ich für die nächsten Tage brauche. Regenschutz, Daunenpulli, Kocher, Zelt, Schlafsack und Mätteli, sind Gewicht-technisch auf ein absolutes Minimum beschränkt, damit ich auch mit dem Rucksack rennen kann. Ich habe vor, die Strecke etwa je halb rennen halb laufen aufzuteilen, damit schätze ich eine tägliche Distanz von 30-40 km. Diese wird je nach Gelände jedoch sehr stark variieren und ich finde es auch noch sehr schwierig, genau einschätzen zu können, wie weit ich kommen werde.

Ich plane alle 5 Tage einen Pausentag, jedoch nicht fix, je nach Körpergefühl und Übernachtungsmöglichkeiten. So plane ich auch meine Route nicht zu detailliert, sondern lasse mir Spielraum, sie meiner Gesundheit und dem Wetter anzupassen. Ich schätze ich brauche ca. drei, dreieinhalb Monate für die gut 2000km. Mit Start am 20. Juli in Kotka würde ich so Ende Oktober/ Anfangs November in Mehamn ankommen, wo ich die Hurtigruten der Küste Norwegens entlang wieder Richtung Süden nehmen möchte.


Hier auf der Webseite gebe ich mir alle Mühe die spannendsten Phasen der Vorbereitung und dann vor allem aber während ich Unterwegs bin, aus den einsamen Wäldern, von meinen schmerzenden Füssen und den langweiligen Regentagen zu berichten, auch sollte es wohl manchmal ein Foto in den Blog schaffen, ich freue mich wenn ihr hin und wieder vorbeischaut!

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